Ich, die Fußballmama

Tja, eigentlich wollte ich ja nie eine werden, also nicht Mama, sondern eine Fußballmama.

Warum eigentlich nicht?

Irgendwann kam mein Schwiegervater um die Ecke und meinte „Der Junge MUSS unbedingt Fußball spielen und auch nur im Verein xy“. Da gingen bei mir die Nackenhaare in alles sämtliche Richtungen und die Löwenmutter war geweckt „Nix, der spielt kein Fußball. Wenn er das unbedingt möchte, ok. Aber wenn nicht dann muss er auch nicht. Er kann auch Baseball, Basketball, Football, Karate, Judo und von mir aus auch Kunstturnen machen, solange es das ist was er will und im Spaß macht.“

Nun, jetzt spielt er Fußball, ganz freiwillig und es macht ihm auch mehr oder weniger Spaß. Weniger, weil er der Tor“wächter“ (so sagt er das immer) ist, aber eigentlich lieber mit auf dem Feld läufen möchte. Und so sehr ich meinen Sohn auch liebe, so ganz gut ist er im Tor auch nicht, denn man merkt ihm an das er daran kein Spaß hat und sich auch nicht auf seine Aufgabe konzentriert. Allerdings sag ich ihm das nicht so direkt. Ist das falsch? Ich glaub schon, denn eigentlich weiß ich das ich nicht immer alles negative von ihm fern halten sollte, aber er ist doch mein kleiner Junge. Natürlich versuche ich ihn auf zu bauen und sage ihm „Das ist nicht schlimm“, „Das machst du ganz super“ denn über positiven Zuspruch geht das ganze einfach besser, allerdings sage ich ihm auch „Hampel nicht rum“, „Konzentrier dich besser“, mir würde aber nie einfallen, schreiend am Rand zu stehen und rumzuteufeln, so wie ich das jetzt schon des öfteren, sowohl von Trainern als auch von den überergeizigen Eltern gesehen und gehört habe. Wir stehen auch da, rufen den Kindern zu, aber alles motivierend.

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Das was ich heute allerdings erlebt habe, schlägt für mich dem Fass den Boden aus. Thijs bekommt 2 Tore innerhalb von Sekunden nicht gehalten und der Trainer der gegnerischen Mannschaft geht auf die Knie und lacht sich aus vollem Herzen kaputt. Da seh ich ja rot, KEINER und erst recht kein Erwachsener, der es besser wissen müßte, das es sich dabei nur um ein Spiel und Kinder im Alter von 5-7 Jahren handelt, lacht MEIN Kind aus. Dementsprechend pampig habe ich ihn gefragt ob er das jetzt gut fand mein Kind aus zu lachen. Seine Antwort darauf, er hätte sich gefreut das sein jüngster Spieler ein Tor geschossen hätte. Nein, das war definitiv kein Freude-Lachen. Aber ich geb auch zu das ich da vielleicht ein klitze kleines bisschen zu viel rein interpretiert habe.

Allerdings zieht das für mich jetzt auch einige Konsequenzen nach sich.

1. Bei Spielen werde ich weit ab stehen, nur beobachten und in den Pausen meinen Sohn motivieren und aufbauen und mich dann vom Feld wieder weit entfernen.

2. Guck ich mir genau an, ob das nun wirklich nicht „sein Ding“ ist im Tor zu stehen und werde demensprechend mit den Trainern reden und ein „Das ist jetzt so und das bleibt so“ lass ich dann nicht einfach so stehen.

Aber es kommen auch Fragen auf:

1. Muss ich ergeiziger mit ihm werden? Klar habe ich ein gewisses Maß an Erwartungen an meine Kinder, aber ich setze, denke ich, die Prioritäten anders. Fußball, gerade in dem Alter ist für mich einfach ein Spiel bei dem sie Spaß haben sollen, nicht mehr und nicht weniger.

2. Müßte ich außerhalb seines Trainings mit ihm üben? Und bin ich überhaupt die geeignete Person dazu?

3. Muss ich meinen Garten jetzt in ein Fußballfeld umgestalten damit er mehr trainieren kann?

Alles Konsequenzen und Fragen, die ich vermeiden wollte, weil ich nie eine Fußballmama werden wollte, aber aus Liebe zu meinem Sohn doch geworden bin. Und der Zwerg will nun natürlich auch nach ziehen. Ich werde mich fühgen.

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